In Österreich bleibt die Rolle des Haushaltsbetreuers oder der Haushaltsbetreuerin – ob in Form von Rollen oder konkreten Aufgaben – oft noch stark genderisiert. Während Männer traditionell als Einkäufer, Techniker oder Reparateur wahrgenommen werden, übernimmt die Mehrheit der Frauen die organisatorischen und emotionalen Aufgaben im Haushalt. Studien zeigen, dass Frauen im Schnitt etwa 1,5 bis 2 Stunden täglich mehr Zeit in Haushaltsaufgaben investieren als Männer, wobei diese Zeit oft unbezahlt bleibt und nicht als Arbeitszeit anerkannt wird. Diese Ungleichheit ist nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein soziales Problem, das bis in die Generationenfolge reicht.
Ein zentraler Faktor hierfür ist die kulturelle Prägung, die Rollenbilder seit jeher mit bestimmten Geschlechtern verknüpft. Besonders in ländlichen Regionen Österreichs, wo traditionelle Strukturen noch stärker verwurzelt sind, zeigt sich diese Dynamik besonders deutlich. Laut einer Umfrage des Österreichischen Statistikamtes von 2022 geben 68 Prozent der Befragten an, dass die Haushaltsverteilung in ihrem Haushalt noch immer stark von traditionellen Geschlechterrollen geprägt ist. Gerade in Familien mit Kindern unter 18 Jahren ist diese Tendenz besonders ausgeprägt: Hier übernimmt die Mutter im Schnitt 60 Prozent der Haushaltsaufgaben, während der Vater nur etwa 20 Prozent übernehmen würde.
Die wirtschaftliche Dimension: Wie Haushaltsarbeit auf die Arbeitsmarktchancen wirkt
Die unbezahlt geleistete Haushaltsarbeit hat direkte Auswirkungen auf die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen. Studien des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) belegen, dass Frauen, die mehr Zeit in Haushaltsaufgaben stecken, seltener in Teilzeit arbeiten oder auf eine berufliche Weiterbildung verzichten. Besonders betroffen sind Frauen mit Kindern: Laut einer Studie der Universität Wien aus dem Jahr 2021 reduzieren sich ihre Berufstätigkeit und Verdienstmöglichkeiten um durchschnittlich 20 Prozent innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Geburt eines Kindes. Diese Diskrepanz führt oft zu einer späteren Rente oder zu einer geringeren finanziellen Absicherung im Alter.
Ein konkreter Fall zeigt dies besonders deutlich: Die Familie Müller aus Graz, bei der die Mutter als Vollzeitangestellte in einem Büro arbeitet, aber zusätzlich seit der Geburt ihres ersten Kindes 2022 die meisten Haushaltsaufgaben übernimmt, hat ihre berufliche Laufbahn bereits stark eingeschränkt. Während ihr Mann als Handwerker arbeitet, verzichtet sie auf eine Weiterbildung in einem höheren Managementbereich, da sie sich um die Kinderbetreuung kümmern muss. Diese Situation führt nicht nur zu einer Ungleichheit in der Einkommensverteilung, sondern auch zu einer Verzerrung der Karrierechancen.
Lösungsansätze: Wie die Gesellschaft Rollenbilder neu denken kann
Um diese strukturelle Ungleichheit zu überwinden, gibt es verschiedene Ansätze, die bereits in Österreich diskutiert und teilweise umgesetzt werden. Ein zentraler Punkt ist die Einführung von flexiblen Arbeitsmodellen, die es Eltern ermöglichen, ihre berufliche und private Zeit besser zu gestalten. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat beispielsweise verschiedene Förderprogramme gestartet, die Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen – etwa durch die Bereitstellung von Kinderbetreuungsplätzen oder die Förderung von Homeoffice-Modellen.
Ein weiterer wichtiger Schritt wäre die Sensibilisierung von Kindern frühzeitig für die Bedeutung von Gleichberechtigung. Schulen wie die Volksschule in Wien, die bereits seit einigen Jahren Projekte zur Geschlechtergerechtigkeit durchführen, zeigen, dass schon im Grundschulalter Rollenbilder hinterfragt werden können. Durch altersgerechte Aufklärung über die Vielfalt von Haushaltsaufgaben und die Bedeutung von Teamarbeit im Alltag können Kinder lernen, dass Aufgaben nicht automatisch einem Geschlecht zugeordnet sind.
- Laut einer Studie des ÖSTAT (2022) investieren Frauen in Österreich im Durchschnitt 1,5 bis 2 Stunden täglich mehr Zeit in Haushaltsaufgaben als Männer.
- 68 Prozent der Befragten geben an, dass die Haushaltsverteilung in ihrem Haushalt noch immer stark von traditionellen Geschlechterrollen geprägt ist (ÖSTAT-Umfrage 2022).
- Frauen reduzieren ihre Berufstätigkeit und Verdienstmöglichkeiten um durchschnittlich 20 Prozent innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Geburt eines Kindes (Universität Wien, 2021).
- In Familien mit Kindern unter 18 Jahren übernimmt die Mutter im Schnitt 60 Prozent der Haushaltsaufgaben, während der Vater nur etwa 20 Prozent übernimmt.
- Das WIFO schätzt, dass die unbezahlt geleistete Haushaltsarbeit jährlich rund 1,5 Milliarden Euro an wirtschaftlichem Wert entgeht.
Ein konkretes Beispiel aus der Praxis zeigt, wie sich diese Dynamik in einer modernen Familie manifestiert. Die Familie Berger aus Linz hat sich bewusst entschieden, eine Haushaltsverteilung zu vereinbaren, bei der beide Elternteile gleichberechtigt Aufgaben übernehmen. Durch regelmäßige Absprachen und eine klare Aufteilung der Aufgaben – etwa mit einer gemeinsamen Haushaltsplanung per App – konnten sie sicherstellen, dass beide Zeit für ihre berufliche Entwicklung haben. Dies führte nicht nur zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern auch zu einer faireren Einkommensverteilung innerhalb der Familie.
https://maisonroll-at.com/ zeigt, wie innovative Lösungen im Alltag funktionieren können – sei es durch digitale Tools zur Aufgabenverteilung oder durch gezielte Aufklärung über die Bedeutung von Gleichberechtigung. Solche Ansätze könnten helfen, die traditionellen Rollenbilder im österreichischen Haushalt nachhaltig zu verändern und eine gerechtere Verteilung von Aufgaben zu ermöglichen.